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Ou Topos: Suche nach dem Ort, den es geben müsste„Auf der Erde gibt es Geld wie Heu, es ist nur falsch verteilt. Und Hartz IV ist ein Verstoß gegen die Menschenwürde.“ Überraschenderweise stammen diese Äußerungen von einem CDU-Politiker – nämlich Heiner Geißler. Das seiner Meinung nach verfehlte Wirtschaftssystem des Kapitalismus will der streitbare Politiker, Jurist und Philosoph durch eine „Internationale Sozial-Ökologische Marktwirtschaft“ ersetzen – und opponiert damit nicht nur gegen seinen Parteikollegen Friedrich Merz, der im Unterschied zu ihm noch mehr Kapitalismus wagen will.
Auf seiner Suche nach einer gerechten Welt brandmarkt Geißler falsche Menschenbilder, die Ursache schlimmster Verbrechen waren, wozu der Unionsmann die kommunistische Ideologie der Klassen genauso wie den religiösen Fundamentalismus und die Unterdrückung von Frauen zählt. Nationalismus und Rassismus sind ihm zudem aus persönlicher Erfahrung verhasst, denn in seiner Kindheit ermordeten die Nazis die Familie seines „Zigeuner“-Freundes ebenso wie seine jüdische Klavierlehrerin.
Bei der persönlichen Sinnsuche führt Geißler vor Augen, wie eng sinnliches und seelisches Glück einerseits sowie Elend und Tod andererseits beieinander liegen. Des Weiteren umreißt der 1930 geborene Jesuitenschüler den Unterschied zwischen Gottesliebe und Nächstenliebe – und erklärt den praktischen Gesichtspunkt der Religionen, „ein geordnetes Zusammenleben der Menschen ethisch zu begründen“. Außerdem plädiert der ehemalige Bundestagsabgeordnete für eine „richtig verstandene multikulturelle Gesellschaft“.
Der Titel von Geißlers Buch lehnt sich an Thomas Morus’ Werk Utopia an, in dem der Engländer bereits im Spätmittelalter eine gerechte Gesellschaft umrissen hatte. Geißlers heutige Suche nach dem Ort, den es geben müsste, ist großenteils philosophisch, bisweilen politisch, ab und zu sprunghaft. Außerdem gibt der engagierte Streiter für eine lebenswerte Zukunft gegen Ende seines Essays viel Persönliches preis. Angenehm kommt rüber, dass Geißler bei allem Theoretisieren nicht abhebt, sondern meist nahe bei den Sorgen und Nöten der Menschen bleibt. So offenbart sich der Querdenker einmal mehr als freier Geist, mit dessen erfrischenden Gedanken über eine gerechte Gesellschaft sich zu beschäftigen lohnt.
– Herwig Slezak . KLICKEN SIE HIER, UM DIESES BUCH ZUM KOSTENLOSEN DOWNLOAD