Vom Augenmass überwältigt. Briefe, Glossen und Bilder

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Georg Paulmichl ist 1960 in Tirol geboren, in Prad im Vinschgau. Er besucht die Volksschule, dann eine Förderschule, beendet schließlich die Mittelschule. Nichts weiter Aufregendes, doch Georg Paulmichl ist behindert. Geistig behindert. Nach der Mittelschule tritt er in die Behindertenwerkstätte Prad ein. Dort beginnt er zu schreiben. Sein erster Gedichtband, Strammgefegt, ist schnell vergriffen.

Weitere Bücher folgten. Das neueste heißt: Vom Augenmaß überwältigt und versammelt Briefe, Glossen und Bilder. Paulmichl hat inzwischen eine ziemlich große Fan-Gemeinde. Seine skurrilen Wortschöpfungen erzählen gewöhnliche Erfahrungen aus dem Alltag, die mit Hintersinnigkeit und Witz daherkommen. Es ist ein Spiel mit vertrauten Klischees, sie vermitteln nur durch den anderen Tonfall ihre Wahrheit.

"Die Studierzeit habe ich abgesenst. Das Schulbankdrücken habe ich abgelegt wie Heu und Stroh. Ich bin ins Künstleralter gekommen und bleibe dort, bis die Lebensabweisung droht." Und etwas weiter stellt er fest: "Die Stammbevölkerung aus dem Dorf treibt dem Alkohol zu. In den Gasthäusern sitzen die Männerscharen ohne Unterlaß. Sie schieben die Gläser zu den Mundhöhlen und lassen den Weingeist über sich kommen." Dass Paulmichl auch das Tagespolitische wahrnimmt, zeigt seine Bemerkung "In Deutschland treibt die Schande um. Kohl hat den Geldsack ins Archiv eingeschlossen. Er lügt sich die Balken vom Dach."

Als der Filmer Bert Breit eine Dokumentation über Paulmichl machte, nannte er sie folgerichtig "Ich bin nicht behindert, ich kann reden". Und es ist beredt, was Georg Paulmichl vorbringt, ob er es sich von der Seele schreibt oder malt. Man muss nicht einmal zwischen den Zeilen lesen: "Die eingemauerte Talschaft vor dem Fenster erstreckt sich wieder im Sonnenlicht. Die ersten Strahlen entsenden die Wärmewonne in den Raum. Langsam bekommt die Natur wieder Schwung." --Horst Steinfelt . KLICKEN SIE HIER, UM DIESES BUCH ZUM KOSTENLOSEN DOWNLOAD