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Am 11. März 2002 ist Marion Gräfin Dönhoff im Alter von 92 Jahren auf Schloss Crottorf gestorben. Über ein halbes Jahrhundert war die Gräfin das moralische Rückgrat der Wochenzeitung Die Zeit. Zwei ihrer Wegbegleiter und engsten Vertrauten, Haug von Kuenheim und Theo Sommer, haben in den letzten Monaten ihres Lebens zahlreiche Gespräche mit ihr geführt. Noch einmal sagte sie, was ihr im Leben wichtig war und was sie weitergeben wollte an die Nachwelt.
Knapp, zugespitzt, lesenswert: Noch einmal Deutschland und Europa im 20. Jahrhundert, eine Tour d'Horizon mit der bedeutendsten deutschen Journalistin, wenige Wochen vor ihrem Tod. So etwas wie ein Vermächtnis und ein gutes Geschenk für alle, denen diese Republik am Herzen liegt.
Haug von Kuenheim und Theo Sommer sind in diesen letzten Gesprächen im Winter 2001/2002 keine devoten Stichwortgeber. Sie fragen nach, schlagen Formulierungen vor, spinnen Gedanken weiter, lassen sich von der alten Dame korrigieren: ein wirklicher Austausch. Wer vielleicht -- wie der Rezensent -- das Buch mit einem leichten Seufzen aufgeschlagen hat, findet sich überrascht in ein lebendiges Gespräch gezogen, als hätte er im Hamburger Haus der Gräfin mit vor dem Kamin gesessen. Dabei handelt es sich hier keineswegs um Plaudereien. Durchweg wird Substanzielles verhandelt. Es geht um Grundprinzipien demokratischer Gesellschaften, auch um Ethik und Moral, um Wirtschaft, um die Weltordnung in Zeiten der Globalisierung und immer wieder um Geschichte: Preußen, Hitler, das Verhältnis von Polen und Deutschen.
Beigegeben sind Texte, die wichtig waren in der publizistischen Landschaft während der vergangenen 50 Jahre und die interessant zu lesen bleiben werden. Verzichten wollen hätte ich höchstens auf die eine oder andere Rede, und ein wenig mehr zur Innenpolitik der Bundesrepublik hätte ich mir vielleicht auch gewünscht. Fazit: Ein nobler, ein guter Abschied. ---Michael WinterollAm 11. März 2002 ist Marion Gräfin Dönhoff im Alter von 92 Jahren auf Schloss Crottorf gestorben. Über ein halbes Jahrhundert war die Gräfin das moralische Rückgrat der Wochenzeitung Die Zeit. Zwei ihrer Wegbegleiter und engsten Vertrauten, Haug von Kuenheim und Theo Sommer, haben in den letzten Monaten ihres Lebens zahlreiche Gespräche mit ihr geführt. Noch einmal sagte sie, was ihr im Leben wichtig war und was sie weitergeben wollte an die Nachwelt.
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